Bevor ich hier mit Rezensionen loslege, verliere ich am besten ein paar Worte zu der Art und Weise, wie ich grundsätzlich Bücher bewerte. Ich habe mir vorgenommen, etwas analytischer vorzugehen und zusätzlich zu der Standard Sterne-Bewertung mit 0-5 Sternen auch noch einzelne Aspekte zu betrachten und diese gesondert zu bewerten.
Der Einfachheit halber arbeite ich überall mit einer Skala von 0-100%.
- 0% = 0 Sterne
- 10% = halber Stern
- 20% = 1 Stern
- 30% = 1,5 Sterne
- 40% = 2 Sterne
- 50% = 2,5 Sterne
- 60% = 3 Sterne
- 70% = 3,5 Sterne
- 80% = 4 Sterne
- 90 % = 4,5 Sterne
- 100% = 5 Sterne
Ich habe versucht, mir für jeden Punkt ein eigenes Schema mit Bedingungen zu überlegen, damit meine Bewertungen möglichst transparent sind und ich Bücher besser miteinander vergleichen kann. Trotz allem bleiben diese Bewertungen aber rein subjektiv und bilden natürlich ausschließlich meine eigene Meinung ab.
Die abgebildeten Sterne entsprechen meiner Gesamtwertung. Diese ist beeinflusst von den anderen bewerteten Aspekten, aber letztendlich nicht einfach der errechnete Durchschnitt, sondern für mich zählt hier auch, was ich nach dem Lesen mit dem Buch machen werde. Schafft es der Roman in mein Regal, kaufe ich mir vielleicht sogar extra noch eine gedruckte Edition oder gehen wir danach getrennte Wege?
Bei der 5er-Bewertung mit Sternen runde ich übrigens immer auf, wenn ich auf anderen Plattformen keine halben Sterne vergeben kann. 2,5 Sterne werden so zu 3 Sternen, 0,5 zu 1 Stern usw.
Bewertung 1-5 ⭐
- Handlung50%
- Charaktere50%
- Schreibstil50%
- Goblin-Modus50%
- Vibes50%
- Gesamtwertung50%
Handlung
Folgende Punkte sind mir wichtig: Kohärenz, Tempo, Originalität, Konflikte und deren Lösungen, Ursache und Wirkung, Plottwists.
0% – Kein Plot / Vibes only
Es gibt keine Handlung, es zählt eher die Ästhetik oder die Stimmung. Ggf. handelt es sich auch um mehrere, nur lose verknüpfte Geschehnisse. Es ändert sich nicht viel oder bleibt ohne klare Lösung.
10% – Kaum vorhanden / If you squint really, really hard
Das Konzept besteht, aber es gibt keine Richtung. Die Charaktere sind eher in einer passiven Rolle gefangen und reagieren mehr auf die Umwelt, als dass sie aktiv eine Handlung vorantreiben.
20% – Schwach / Zusammenhanglos
Es besteht mehr als nur ein Gerüst, aber die Handlung ist inkonsistent oder verwirrend. Das Pacing fühlt sich nicht ausgereift an. Vorhandene Subplots werden zwar begonnen, aber oft nicht zu Ende geführt oder stehen in keinem klaren Zusammenhang zum Rest. Die Geschichte verlässt sich ggf. zu viel auf Romance oder die Ästethik, Logik wird hinten angestellt. Plottwists ergeben wenig Sinn oder wurden nicht genügend aufgebaut und kommen komplett aus dem Nichts.
30% – Leicht / Vorhersehbar
Die Geschichte ist an sich gut verständlich, aber die Handlung rückt in den Hintergrund oder wird vom Worldbuilding oder Romance o.ä. überschattet. Die Story lässt sich leicht zusammenfassen, ist eher vorhersehbar und kommt ohne Überraschungen aus. Vorhandene Twists konnte man schon weit im Voraus kommen sehen.
40% – Funktional
Die Handlung ergibt Sinn und funktioniert, aber sticht nicht besonders hervor. Das Pacing ist solide, aber insgesamt wirkt die Handlung sehr bekannt und vertraut, weil es keine Überraschungen gibt. Der Roman fordert mich nicht heraus. Wenn es Plottwists gibt, sind diese mehr oder weniger ein nachvollziehbares Resultat, aber keine Überraschung.
50% – Ausgeglichen
Die Handlung ist sehr zweckmäßig und wirkt gut geplant. Das Tempo ist ausgeglichen. Konflikte sind durchdacht und werden zufriedenstellend gelöst, die Stakes sind nicht superhoch, aber hoch genug um Interesse zu wecken. Vorhandene Twists sind in Ordnung, aber noch auf der eher vorhersehbaren Seite.
60% – Stark
Die Handlung wirkt zielgerichtet und gut durchgeplant. Subplots machen das Buch interessanter, vorhandene Twists sind sinnvoll, aber dennoch eher überraschend. Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung, die Charaktere treiben die Handlung aktiv mit ihren Motivationen voran.
70% – Fesselnd
Das Tempo und der emotionale Einsatz sind hoch, ich möchte das Buch am liebsten nicht weglegen. Die Spannung baut sich mit der Zeit natürlich auf und zieht mich in den Bann. Plottwists oder Lösungen von Konflikten sind sehr zufriedenstellend, alles macht einen sehr gut durchdachten Eindruck und Subplots werden sinnvoll in die übergreifende Handlung eingegliedert oder haben Einfluss darauf.
80% – Sehr komplex / multidimensional
Komplexe Handlung mit mehreren Subplots, die intelligent zusammenhängen. Sehr gut durchdacht, mit emotionaler oder thematischer Tiefe, die mich nachhaltig beschäftigt. Das Tempo fühlt sich sehr gut an, Twists sind überraschend und machen Spaß.
90% – Außergewöhnlich
Kreative Handlung, fast perfektes Tempo. Starke emotionale Wirkung, ich werde gefordert und zum Nachdenken angeregt. Unterscheidet sich von der vorherigen Stufe hauptsächlich durch neue Ideen, die mir bisher so noch nicht begegnet sind.
100% – Meisterwerk
Alles ist perfekt. Das Tempo und der Spannungsbogen halten mich gefangen, das Buch wegzulegen ist fast unmöglich. Ich denke ständig daran und nachdem das Buch beendet ist, lässt es mich fast schon leer zurück, weil es so unfassbar gut war. Nichts fühlt sich überflüssig an, die Handlung war originell, die Twists überraschend und sinnvoll. Ich frage mich im Anschluss, wie dick der Ordner mit der Planung für den Roman war und wie lange es gedauert hat, alle Handlungsstränge zu so einem perfekten Bild zu verweben.
Charaktere
Mir sind hier folgende Punkte wichtig: Sympathie, Nachvollziehbarkeit von Handeln, Komplexität, Entwicklung, Dialog.
0% – Leere Hüllen / Platzhalter
Es fühlt sich an, als wären die Charaktere einfach nur Namen auf einer Seite. Sie haben keine Persönlichkeit, keine Motivation und entwickeln sich nicht weiter. Sie sind komplett undurchsichtig und mir letzten Endes total egal.
10% – Flach / Unsympathisch
Stereotypen mit wenig Persönlichkeit, die Charaktere sind nur da, um die Handlung voranzutreiben und nicht andersherum. Die Charaktere sind mir eher unsympathisch oder ich könnte sie mögen, aber sie fühlen sich zu unausgereift an. Backstories werden, wenn vorhanden, genutzt um eine Begründung für Handlungen von Charakteren zu liefern, wirken aber eher wie eine billige Ausrede.
20% – Charmant, aber ohne Tiefgang
Die Charaktere haben Persönlichkeit, aber sie entwickeln sich nur wenig oder es gibt nichts, was besonders hervorsticht. Ich mag, dass sie dabei sind, aber ich bin emotional nicht involviert und ihre Abwesenheit würde nicht auffallen oder sie sind austauschbar. Backstories erklären ggf. Motivationen, bleiben aber letztendlich ohne großen Einfluss.
30% – Einfach, aber echt
Die Charaktere wirken echt, ihre Persönlichkeit ergibt für mich Sinn, aber sie fühlen sich noch zu sehr nach Mustervorlage an. Es gibt mit der Zeit etwas Entwicklung, aber sie sind für mich emotional nicht mehr als oberflächliche Bekannte, so wie Kassierer an einer Kasse oder Nachbarn, die man nur ab und zu auf der Straße sieht. Sympathien können in beide Richtungen gehen. Backstories verleihen etwas mehr Tiefgang, aber ändern nicht, wie ich über Charaktere denke.
40% – Es entwickelt sich
Die Hauptcharaktere haben nachvollziehbare innere Konflikte und entwickeln sich mit der Zeit etwas weiter. Eventuell sind sie am Anfang etwas farblos, aber gegen Ende haben sie eine spürbare Entwicklung durchgemacht. Manchmal bin ich frustriert und will sie schütteln, aber ich roote für oder gegen sie, je nachdem. Vorhandene Backstories geben mir das Gefühl, die Personen besser zu verstehen und verändern zu einem gewissen Grad meinen Blickwinkel auf sie.
50% – Ausgeglichen
Die Hauptcharaktere haben eine klare Motivation, Ziele und auch Macken. Sie fühlen sich echt an, ihre Backstories ergeben Sinn und beeinflussen mein Empfinden und die Handlung allgemein. Ich verstehe die Personen und fühle mit, sie sind gut geschrieben und in ihren Reaktionen und Handlungen konsistent. Aufgrund ihrer Beschreibung kann ich gut voraussagen, wie sie auf Situationen reagieren werden. Ich denke aber nach der Lektüre nicht mehr viel an sie. Nebencharaktere erfüllen ihre Rollen.
60% – Dynamisch
Die Entwicklung der Hauptcharaktere fühlt sich realistisch an und ist gut nachvollziehbar. Sie beeinflusst darüber hinaus auch direkt die Handlung des Buchs oder umgekehrt. Ich bin invested, fiebere mit und möchte wissen, was mit ihnen passiert. Sympathien und Antipathien sind stark. Nebencharaktere erhalten etwas mehr Persönlichkeit und beeinflussen die Hauptcharaktere direkt.
70% – Fesselnd
Die Hauptcharaktere sind mehrdimensional und haben auch schlechte Seiten. Sie überraschen mich manchmal, aber ihre Reaktionen ergeben Sinn, wenn ich darüber nachdenke. Emotional bin ich stark involviert und trauere oder freue mich mit den Personen. Nebencharaktere nehmen mehr Raum ein.
80% – I can’t change them, they changed me
Komplexe Hauptcharaktere, Nebencharaktere mit spürbarem Einfluss. Ich habe das Gefühl, dass ich etwas von den Personen lernen kann, ihr Handeln und Denken beeinflusst meine Sicht auf die Geschichte. Wir könnten sehr gute Bekannte sein, mit Option auf eventuelle Freundschaft.
90% – Please be my bestie
Ich finde mehrere Charaktere unfassbar sympathisch und wäre wirklich gerne mit ihnen befreundet. Auch die Nebencharaktere haben Nuancen und sind mehr als nur Platzhalter mit festen Rollen. Alle fühlen sich so menschlich und echt an in der Art wie sie fühlen, handeln und kommunizieren. Alle Personen sind gut geschrieben und sie sind essentiell für den Roman, der ohne sie nicht annähernd so viel Substanz hätte.
100% – Kommt aus dem Buch raus oder lasst mich rein
Ich liebe alle, selbst die eher unwichtigeren Nebencharaktere. Bitte kommt aus dem Buch raus, damit wir Freunde sein können. Selbst „böse“ Charaktere sind richtig gut geschrieben und ich liebe es, sie zu hassen. Die Entwicklung über Zeit ist perfekt und organisch und ich bin traurig, dass ich nach Beenden des Buchs nicht mehr Zeit mit allen verbringen kann. Emotional attachement: 100%. Ich habe gelacht und geweint und alles gefühlt und werde wahrscheinlich auch in ein paar Jahren immer wieder an sie zurückdenken.
Schreibstil
Wichtig: Klarheit, Grammatik und Vokabular, Rhythmus, Methaphorik, eigene Stimme
0% – Unlesbar
Strotzt nur so vor Fehlern, chaotisch. Es ist schwer, den Geschehnissen zu folgen, weil Satzstruktur oder Klarheit nicht vorhanden sind. Grundlegende Regeln werden verletzt.
10% – Flach / Amateurhaft
Es fühlt sich an, als hätte nie jemand drübergelesen; wie ein erster Entwurf. Es gibt viele Wiederholungen, gelegentlich Fehler, Kontinuität wurde nicht geprüft. Das Vokabular ist nicht sehr abwechslungsreich oder Wörter werden falsch verwendet. Insgesamt bleibt ein Gefühl von Rohheit – mit entsprechender Überarbeitung könnte man noch mehr herausholen.
20% – Praktisch / Simpel
Einfach, funktional. Nicht viel Persönlichkeit, eher „tell, don’t show“. Gut, um Informationen zu transportieren, aber eher Stil Sachbuch als Belletristik. Der Stil trägt aktiv dazu bei, mich emotional auf Abstand zu halten.
30% – Kompetent
Einfach zu lesen, aber etwas generisch, ohne Persönlichkeit. Klarer Stil, gut nachvollziehbar. Insgesamt aber nichtssagend und kein Werk, das durch den Schreibstil in Erinnerung bleibt, es springt kein Funke über.
40% – Klare Stimme
In sich konsistent, stilistisch gesehen fange ich an, die Autorin oder den Autor zu hören. Keine Gleichförmigkeit, das Vokabular und die Satzstruktur sind abwechslungsreich und es wird begonnen, mit Metaphern zu arbeiten, die gut funktionieren, aber ggf. noch etwas „einfach“ sind.
50% – Professionell
Klar und selbstbewusst, macht den Eindruck als wäre über Wortwahl wirklich gut nachgedacht worden. „Show & Tell“, natürliche Dialoge. Liest sich gut weg, wird aber nicht lange in Erinnerung bleiben.
60% – Stilistisch unverwechselbar
Ich erkenne eine persönliche Note, einen Rhythmus. Der Stil ist in anderen Werken wiedererkennbar. Die Wortwahl wirkt sehr genau überlegt, um bestimmte Emotionen und Stimmungen hervorzurufen.
70% – Ausdrucksstark
Sehr guter Flow, großartige Balance zwischen Klarheit und Kunst. Der Stil reißt mich emotional richtig in den Roman, ich lese manche (Ab)Sätze mehrfach, weil sie so gut geschrieben sind oder markiere sie mir, weil sie mir gefallen.
80% – Elegant
Emotional stark, jedes Wort und jeder Satz wirkt wie aus einem Stück Marmor herausgemeißelt und poliert. Das Lesen ist eine Erfahrung und das Buch lyrisch und poetisch, ohne dabei „zu viel“ zu sein.
90% – Literarisches Meisterwerk
Ich lese nicht nur, ich erlebe. Das Buch kommt einer Sinfonie gleich, der Schreibstil lässt mich Dinge fühlen und zwischendurch pausieren, um kurz Luft zu holen. Die Sprache hat etwas musikhaftes an sind, es gibt Crescendos und dann wieder Passagen, die mich zurück auf den Boden holen. Wortschmiede, Wortkomponisten.
100% – Pures Genie
Ein Buch, das ich einrahmen möchte. Jede Seite, jeden Satz. Wenn ich alles markieren würde, was mich komplett umhaut, wären 90% des Romans pink. Unvergleichlich, reine Kunst und unfassbar, dass das ein Mensch geschrieben haben soll.
Goblin-Modus
Die Skala dafür, wie sehr mich ein Buch gepackt hat.
0-20% – Bitte helft mir, warum kann ich nicht DNFen
Wochen. Monate. Mehrere Identitätskrisen. Keine Lust mehr auf Lesen. Dieses Buch hat mich an meine Grenzen gebracht, jede Seite fühlte sich an wie Arbeit. Ich habe es beendet, aber nur, weil ich Bücher fast nie DNFe. Ich musste mich wirklich zum Weiterlesen zwingen und das Buch lag teilweise Wochen herum, ohne dass ich es angefasst habe und es hat mir kein Stück gefehlt.
30-40% – Soft Slump State
Ich habe versucht, es zu mögen. Aber irgendwie bin ich nicht so richtig reingekommen und habe kein Interesse daran, wie es weitergeht. Ich lese trotzdem täglich ein paar Seiten, aber das Buch macht mich müde und ich gehe abends schneller schlafen, als ich es bei anderen Büchern tun würde. Es ist kein schlechtes Buch, aber zwischen uns funkt es nicht.
50-60% – Casual Reader
Ich lese regelmäßig, aber nur zu meinen festen Lesezeiten (morgens vor der Arbeit und abends im Bett) oder wenn ich gerade länger Zeit und Lust auf lesen habe. Ich kann jederzeit aufhören und es tut nicht körperlich weh, das Buch wegzulegen.
70-80% – Beginnender Wahnsinn
Aufhören kostet Überwindung, aber ich habe meinen Alltag noch im Griff und bin nicht sauer auf meine Freunde, wenn sie Zeit mit mir verbringen wollen und ich nicht weiterlesen kann. Der Schlaf leidet ein bisschen, aber wofür gibt es Kaffee. Trotzdem greife ich bei jeder Gelegenheit zum Buch, auch wenn ich nur 10 Minuten habe.
90-100% – Full Goblin
Schlaf? Überbewertet. Verabredungen? Abgesagt oder schlichtweg vergessen. Nichts ist wichtiger als Weiterlesen, ich vernachlässige alles andere. Währenddessen nerve ich mein komplettes Umfeld damit, wie gut dieses Buch ist und möchte über nichts anderes mehr reden.
Vibes
100% subjektiv, auch tagesform-abhängig
0% – 6ft under
Was war das denn. Wie off können Vibes sein? Die Antwort ist: Ja. Immer wieder dachte ich „Bitte lass es schnell vorbei sein“. Warum darf sowas existieren?
10% – Vibe-Limbo
Die Höhe der Limbo-Stange ist so niedrig, dass es von Anfang an hoffnungslos ist und ich nicht darunter durchkomme, ohne alles niederzureißen. Alles wirkt unpassend. Humor, Ton, nichts funktioniert. Das Buch hasst mich, und es ist persönlich. Ich lese rein aus Trotz weiter, weil ich mich nicht von diesem Roman kleinkriegen lassen werde.
20% – Minimaler Vibe, maximaler Cringe
Das Buch versucht es, aber nein. Entweder es ist ganz okay und ich habe eine relativ gute Zeit, oder es ist zum Fremdschämen. Dazwischen gibt es nichts.
30% – Connectivity Issues
Da ist ein Vibe, eindeutig, aber bevor ich ihn erwische, ist er schon wieder weg.
40% – Ich bin der Vibe und ich bin auch dabei
Ja, der Vibe ist da, aber so richtig zündet es nicht. Es gab ein paar gute Momente, aber überwiegend ist alles MEH. Ich schaue ständig nach, wie viele Seiten ich noch lesen muss.
50% – Switzerland
Das Buch existiert. Ich lese es. Nichts Ganzes, nichts Halbes. Mehr kann ich dazu nicht sagen, ich hatte weder Riesenspaß noch wollte ich das Buch aus dem Fenster werfen.
60% – Groovy
Langsam fühle ich was. Es wie Musik hören beim Bahn fahren. Ich zeige keine großen Emotionen, das resting bitch face ist in place, aber innerlich bewegt sich was.
70% – Good Vibes Mostly
Der Vibe tanzt, ich stehe in der Nähe der Bar und wippe ein bisschen mit. Wir haben eine gute Zeit zusammen, ich würde ihn aber nicht mit nach Hause nehmen.
80% – Big Mood
Wir fahren zusammen in den Urlaub und trinken Cornishots. Ich fühle mich von diesem Buch verstanden. Es ist die Popcorn-Hafermilch in meinem Kaffee.
90% – Soulmate-Vibes
Ich vergesse die Zeit. Ich bin in Papier verliebt. Wir heiraten. Wir sind ein Duo, niemand kann uns trennen.
100% – Vibe-Nirvana
Ich bin dieses Buch, es liest mich zurück. Wir viben zusammen auf dem Sofa. Ich bin: Drin. Wenn ich könnte, würde ich es absorbieren und zu einem Teil von mir machen.
Gesamtwertung
0% – DNF
Ich konnte das Buch nicht zuende lesen. Ich war physisch und psychisch nicht dazu in der Lage und kann es deshalb auch nicht bewerten.
10% – 20% Einfach nur nein
Dieses Buch ist meine Villain-Origin-Story. Hätte ich eine physische Version, würde ich sie eher in den Müll werfen, als sie jemand anderem zuzumuten und ich will mein Geld zurück, auch wenn es gratis war. Der Trotz lies mich weiterlesen. Wenn Leute dieses Buch mit 3 Sternen oder mehr bewerten, werde ich im Leben NIEMALS einer Buchempfehlung dieser Personen trauen. Ich habe gelitten, damit ich es reviewen kann und niemand anderes Zeit verschwenden muss – oder wenn dann nur sehr gut informiert. 10% ist einfach nur noch näher an DNF, 20% hat mich als Hate-Read überzeugt.
30% – I have no words, only complaints
Ich möchte nicht darüber reden, außer um mich zu beschweren. Es gab noch ein paar gute Ideen, deshalb ist die Bewertung nicht niedriger, aber diese waren einfach nicht gut umgesetzt. Vielleicht bin es auch nur ich und es hat einfach meinen Geschmack nicht getroffen. Oder ich habe es zur falschen Zeit gelesen.
40% – Vielleicht wird es ja noch besser?
Ganz ehrlich, ich habe es nur weitergelesen, weil ich die Hoffnung hatte, dass es noch besser wird. Und dann war ich irgendwann so weit, dass sich ein DNF nicht mehr gelohnt hätte. Es wurde nicht besser. Ich fühle mich emotional verarscht und das Buch wandert in den Bücherschrank oder in eine Kiste an der Straße.
50% – Ugh
Ich wollte es mögen, wirklich. Aber entweder hat es stark angefangen und mich dann verloren oder es hat erst gegen Ende noch die Kurve gekratzt, sodass es keine 2 Sterne oder weniger wurden.
60% – Okay
Solide, gute Unterhaltung. Ich würde niemandem davon abraten, es zu lesen, aber ich schreibe dir auch nicht um 2 Uhr nachts Nachrichten, dass du dieses Buch unbedingt lesen musst. Wenn ich es physisch habe, behalte ich es nicht, aber gebe es gerne weiter. Reread ausgeschlossen, außer es ist Teil einer sonst guten Reihe.
70% – Fast gut
Ich hatte insgesamt eine wirklich gute Zeit mit dem Buch, aber etwas hat mich gestört. Ich empfehle es gerne den richtigen Leuten, vielleicht behalte ich das physische Buch, wenn es besonders hübsch ist.
80% – Gut
Reread kommt irgendwann, wenn ich Zeit habe. Wenn ich eine physische Edition habe, behalte ich sie, aber ich würde mir jetzt nicht extra noch eine kaufen.
90% – Wirklich gut
Es fehlt nur eine Kleinigkeit zu 100%. Es hat mich emotional nicht genügend zerstört, aber war kurz davor. Ich habe gelacht, aber noch Luft bekommen. Physische Editionen bleiben im Regal oder werden nachgekauft. Aber eine Ausgabe reicht. Bei Mangas: Visuell superstark; würde ich einrahmen, aber nicht auf meiner Haut verewigen.
100% – Obsession
Ich möchte, dass alle dieses Buch lesen, sodass wir darüber reden können. Wenn ich es nicht physisch habe, kaufe ich es mir. Wenn ich es schon physisch habe und es erscheint eine Schmuckedition, kaufe ich es mit NOCHMAL. Bei Mangas: Ich will ein Tattoo von einem der Frames. Mindestens. Würde es sofort noch einmal lesen, wenn mich mein TBR-Stapel nicht definitiv erschlagen würde, wenn er umfällt.
Ich habe einige Bekannte, die gar keine Lust auf Smut in Büchern haben, und das ist vollkommen verständlich. Daher dachte ich mir, es wäre vielleicht bei Buchbewertungen auch ganz gut zu wissen, wie viele explizite Szenen vorkommen und wie eindeutig diese dann beschrieben sind.
Meine Bewertung hier bezieht sich nicht darauf, wie ich persönlich diese Szenen fand oder ob die Menge meiner Meinung nach nicht genug, angemessen oder zu viel war. Ich habe mich bemüht, hier möglichst objektive Bedingungen festzulegen, die nachvollziehbar sind. Trotzdem bleibt natürlich noch ein Rest Subjektivität dabei übrig. Vielleicht bewerte ich etwas als komplett unromantisch oder gar nicht sexuell aufgeladen, während andere das Gefühl haben, dass die Seite vielleicht nicht brennt, aber doch zumindest etwas angekokelt ist.
Ich bewerte einerseits die Häufigkeit von entsprechenden Szenen und andererseits die Explizität. In einem Roman kann es schließlich nur eine einzelne, aber dafür sehr detaillierte Szene geben, oder aber das Buch ist ein richtiges Slow Burn mit viel Spannung zwischen den Personen, ohne dass letztendlich wirklich etwas passiert.
Die Menge der vergebenen Chilischoten errechnet sich aus den beiden bewerteten Aspekten.
Smut-Skala 1-5 🌶️
- Häufigkeit100%
- Explizität100%
Häufigkeit
0% – Kein Smut
Es gibt keinerlei sexuellen oder sexuell aufgeladenen Inhalt, auch nicht referenziert.
10% – Etwas physische Intimität, aber ohne spice
Implizierter Kuss, Umarmungen oder kurze Erwähnung, dass eine Person als anziehend empfunden wird. Alles ist sehr zahm. Die Handlung steht im Vordergrund, auch wenn Intimität eine ganz kleine Rolle spielt.
20% – Kaum vorhanden
Es wird mehr geflirtet, ggf. gibt es Anspielungen und Zweideutigkeiten. Küsse und Berührungen, die über ein freundschaftliches Level hinausgehen, werden vielleicht erwähnt, aber Sex kommt nicht vor. Es gibt ggf. Spannungen, die zu einem Fade to Black führen können, aber nicht müssen.
30% – Gelegentlich
Einige Fade to Black Momente oder eine bis wenige sehr kurz gehaltene Sexszenen. Spannungsgeladene Szenen, die letztlich nicht zu Sex führen, kommen häufiger vor. Insgesamt machen diese Szenen aber nur wenige Seiten aus.
40% – Moderat
Mehrere kurze Szenen, die in Kapitel eingebettet sind. Der Fokus der Kapitel liegt aber nicht darauf. Smut kommt aber immer wieder vor, die Handlung wird nicht davon beherrscht.
50% – Ausgeglichen
Etwa die Hälfte des Kapitel enthält Sexszenen oder führt darauf hin. Sex ist Teil der Charakterentwicklung, aber noch nicht der Fokus.
60% – Häufig
Sexuelle Szenen spielen eine wichtige Rolle, was die Handlung und die Spannung zwischen den Charakteren angeht. Die Handlung ist insgesamt noch wichtiger, aber alle paar Kapitel gibt es unweigerlich entsprechende Szenen.
70% – Oft
Smut spielt eine tragende Rolle und Kapitel mit Sexszenen oder sexueller Spannung sind eher die Regel als die Ausnahme.
80% – Überwiegend
Die meisten Kapitel enthalten sexuelle Handlungen oder Spannungen. Die Handlung ist noch vorhanden, rückt aber in den Hintergrund.
90% – Überwältigend / Porn with Plot
Fast jedes Kapitel enthält Sex, führt dazu oder ist voller Anspielungen und Gedanken/Dialoge über Sex. Es ist kaum noch Handlung oder Charakterentwicklung vorhanden.
100% – Pornografie / Porn with no Plot
Die Handlung ist nur noch das Gerüst, das die Sexszenen miteinander verbindet, wenn sie überhaupt vorhanden ist.
Explizität
0% – Kein Smut
Es gibt keinerlei sexuellen Inhalt. Das Buch ist außerdem auch frei von romantischer Intimität und es gibt keine entsprechenden Anspielungen. Könnte man seinen Kids vorlesen oder der Mutter ausleihen.
10% – If you squint really hard / Impliziert
Romantische Intimität wird erwähnt, aber es wird nichts beschrieben oder direkt dargestellt. Charaktere halten eventuell Händchen, es gibt vielleicht vereinzelte, sehr zahme Küsse und Umarmungen.
20% – Milde / Anzüglich
Es wird ein wenig geflirtet und es gibt sexuelle Spannungen. Küsse dauern länger und sind leidenschaftlicher, es wird ggf. über sexuelle Anziehung nachgedacht, aber es werden keine entsprechenden Handlungen beschrieben. Anspielungen darauf können vorhanden sein, aber es kommt zu keiner sexuellen Intimität zwischen Charakteren.
30% – Leicht / Off Page Initimität
Sexuelle Handlungen werden angedeutet, aber alles passiert off page. Fade to black wird genutzt, bevor es zu entsprechenden Szenen kommt. Allerdings ist klar, dass es sexuelle Handlungen gab, ohne dass diese in dem Moment der Handlung oder danach beschrieben werden.
40% – Moderat / Geschmackvoll
Sexuelle Handlungen finden on page statt, werden aber nur minimal beschrieben. Berührungen und Küsse, ggf. Nacktheit sind Teil der Szenen, aber es wird nicht im Detail ausgeführt, was genau passiert. Höchstens Umschreibungen der Handlungen, kein expliziter Dialog zwischen den Teilnehmenden.
50% – Eindeutig / Steamy
Sexuelle Handlungen finden on page statt und werden ausführlicher und detaillierter beschrieben. Trotzdem bleiben die Szenen geschmackvoll, Romantik und emotionale Verbundenheit sind wichtiger als der sexuelle Inhalt. Die Dialoge können expliziter sein, aber ohne dabei degradierend zu klingen. Noch kein direkt erwähnter und beschriebener penetrativer Geschlechtsverkehr.
60% – Explizit
Sexuelle Handlungen finden on page statt und werden ausführlicher und detaillierter beschrieben. Die Dialoge können expliziter sein, aber ohne dabei degradierend zu klingen. Penetrativer Geschlechtsverkehr findet statt, bei weiterhin geschmackvoller Beschreibung. Sex wird als Mittel genutzt, die emotionale Intimität der Charaktere zu vertiefen.
70% – Sehr explizit / Erotisch
Sexuelle Handlungen und Dialoge sind explizit und zentraler Teil einiger Szenen und Kapitel. Die Handlungen werden im Detail beschrieben, Romantik spielt dabei ggf. eine kleinere Rolle oder entwickelt sich erst nach den expliziten Szenen. Dialoge sind eindeutig, aber noch immer auf Genuss und Konsens fokussiert. Positionen und Empfindungen werden ausführlich beschrieben.
80% – Hardcore / Hochgradig erotisch
Die Sexszenen werden detailliert beschrieben und stehen klar im Fokus. Charaktere sind bewusst darauf aus, sexuelle Begegnungen herbeizuführen. Die Szenen, Positionen und Empfindungen werden detailliert beschrieben. Romantik rückt noch mehr in den Hintergrund oder spielt gegenüber Spaß am Sex keine Rolle mehr, ggf. sind mehrere Personen beteiligt und Dialoge und Beschreibungen von Körperteilen klingen zunehmend obszöner.
90% – Extrem / Pornographisch
Sexuelle Handlungen stehen im Fokus. Es wird alles extrem detailliert beschrieben, es können mehrere Personen beteiligt sein. Dialoge sind obszön und nehmen ggf. einen degradierenden Ton an. Trigger-Warnungen sollten beachtet werden.
100% – Pornografie / Rein explizit
Fast alle Sexszenen sind extrem detailliert und graphisch beschrieben, sodass es keinen Zweifel an dem gibt, was passiert. Der Fokus der Szenen liegt auf sexueller Erfüllung, es können mehrere Personen beteiligt sein und/oder Fetische spielen eine Rolle. Dialoge können degradierend sein, Trigger-Warnungen sollten ernst genommen werden.
Ich bin niemand, der rechts und links 4 oder 5 Sterne verteilt, wie Oprah Autos. Für so eine hohe Bewertung muss ich das Buch sehr gemocht haben, so sehr, dass ich bereit bin, es bei kommenden Umzügen einzupacken und die Kisten zu tragen.
Das bedeutet aber nicht, dass 3 Sterne schlecht sind. 3 Sterne sind bei mir sogar vielleicht das, was bei anderen 4 Sterne wären. Eine 3 Sterne-Bewertung von mir bedeutet, dass ich den Roman wirklich gut fand, ich werde ihn halt nur sehr wahrscheinlich nicht noch einmal lesen. Bei höher bewerteten Büchern kann es eher passieren, dass ich sie irgendwann noch einmal aus dem Regal holen werde. Mein TBR wächst mit den ganzen Neuerscheinungen und dank dem Buchclub immer weiter, aber gerade im Angesicht dessen ist es für einen Roman die höchste Ehre, wenn ich ihn ein zweites oder drittes Mal lese – oder sogar noch öfter.
Kurz gesagt: Bitte denkt nicht, dass sich 3 Sterne-Bücher nicht lohnen, auch dann nicht, wenn das der Durchschnitt auf Goodreads und Co. ist.
Jedenfalls hoffe ich, dass diese ganzen Erklärungen dabei helfen, meine Bewertung besser zu verstehen, selbst wenn ich nicht in einer Review ausführlich auf einen Aspekt eingehe.
Für Social Media habe ich dann statt der praktischen, aber visuell jetzt nicht so starken Balkendiagramme zwei Matrizen ausgedacht:


Aus den Bildern sollte sich gut ablesen lassen, wie ich ein Buch für die einzelnen Punkte bewerte. Dabei handelt es sich aber nur um eine Visualisierung dessen, was ich auch in den Blogposts im oberen Bereich darstelle.


Ich bin so beeindruckt, wie viele Gedanken du dir zu dem Thema gemacht hast und wie komplex du deine Bewertungen aufbaust. Ich liebe den Goblin-Modus als Faktor!